Wissenswertes – Inkasso

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Wissenswertes über Inkasso

Gespür, Geschick und abgestufter Druck
Inkasso-Unternehmen betreiben den Einzug fremder beziehungsweise abgetretener Forderungen und tragen so zur Verbesserung der Liquidität ihrer Auftraggeber bei. Bundesweit üben rund 650 Unternehmen ihre rechtsstaatlich fundierte Tätigkeit im Rahmen kaufmännisch geführter Gewerbebetriebe aus.

Die gelegentlich gegen auch öffentlich geäußerte Vorurteile kämpfenden Inkasso-Unternehmen unterscheiden sich von betriebseigenen Mahnabteilungen und von Rechtsanwälten. Sie benötigen eine Erlaubnis des für sie zuständigen Gerichtspräsidenten und unterliegen seiner Aufsicht.

Das Tagesgeschäft der Inkasso-Unternehmen besteht aus der Ermittlung von Daten über den Schuldner und dem einfühlsam-energischen Einsatz von Mahnansprachen in Schreiben, Telefonaten und bei persönlichen Besuchen. Dies trifft gleichfalls auf die Regelung von Teilzahlungen sowie gegebenenfalls die Verwertung von Sicherheiten zu. Die vorgerichtliche Einziehung hat erfahrungsgemäß eine Erfolgsquote von rund 60%. Diese kann bei nachgerichtlicher Einziehung auf insgesamt über 80% steigen.


Registrierung
Der Einzug fremder oder zum Zwecke der Einziehung auf fremde Rechnung abgetretener Forderungen ist eine Rechtsdienstleistung (§2 Absatz 2 RDG). Wer somit für Dritte Forderungen einziehen, das heißt Inkassodienstleistungen als eigenständiges Geschäft erbringen will, unterliegt gemäß § 3 RDG den Bestimmungen des Rechtsdienstleistungsgesetztes (RDG).

Inkassodienstleistungen dürfen hiernach nur diejenigen natürlichen und juristischen Personen sowie Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit erbringen, die bei der zuständigen Behörde registriert sind (§ 10 Abs. 1 Nr. 1 RDG).

Um als Inkassodienstleister registriert werden zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, die in § 12 RDG genannt werden.

Wer Inkassodienstleistungen als eigenständiges Geschäft erbringen möchte, bedarf nicht nur der Registrierung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz. Vor Aufnahme der Tätigkeit sind auch die gewerberechtlichen Vorschriften zu beachten. Bei dem Inkassogeschäft handelt es sich um ein nach den Vorschriften der Gewerbeordnung (§§ 1 Absatz 1,14 GewO) anmeldepflichtiges Gewerbe.

 

Signalwirkung auf den Schuldner
Inkasso-Unternehmen versuchen stets, die gesetzlich geregelte Zwangsvollstreckung und die mit ihr verbundenen Kosten möglichst zu vermeiden bzw. nur im Einzelfall einzusetzen. Gleichwohl bedeutet dem Schuldner schon die Einschaltung eines Inkasso-Unternehmens, dass der Gläubiger es mit der Verfolgung seiner Forderungen ernst meint und die Bezahlung konsequent und langfristig einfordern wird. Kurzum: Die Arbeit von Inkasso-Unternehmen setzt sich zusammen aus Psychologie, Taktik und Beharrlichkeit.

Die Gestaltung der Mahnansprache richtet sich nach dem Sachstand der Forderung (notleidend, tituliert, erfolglos vollstreckt oder als zunächst aussichtslos archiviert) und nach der Schuldnerstruktur. Zu den möglichen Maßnahmen gehören:

  • schriftliche Zahlungsaufforderungen
  • Telefonate mit dem Schuldner
  • Besuche beim Schuldner
  • Abschluss von Abzahlungsvergleichen
  • Beauftragung von Gerichtsvollziehern
  • Bonitätsprüfungen
  • Verwertung von Sicherheiten wie Forderungsabtretungen
  • Klärung von Schuldnereinwendungen, die nach Auftragserteilung eingehen
  • Ermittlungen (insbesondere von Adressen der Schuldner und deren Zahlungsunfähigkeit)
  • Vermittlung von und Kooperation mit Rechtsanwälten zur Durchführung gerichtlicher Maßnahmen

Der effektive Einsatz und die Gestaltung dieser Maßnahmen sowie ihre Abfolge ergeben sich aus der jeweiligen Sachlage und dem Know-how des Inkasso-Unternehmens. Nach unseren Erfahrungen ist davon auszugehen, dass bei den allerwenigsten Schuldnern Zahlungsunwilligkeit, vielmehr eher eine beengte finanzielle Situation vorliegt. Daher gilt es vor allem, Kontakt herzustellen und den jeweiligen Schuldner von der Notwendigkeit der Bezahlung der Forderungen, eventuell in Teilbeträgen, zu überzeugen.